zur Depoteinsicht
31.01.2017

Quartalsbericht Q4/2016

„An der Börse sind zwei mal zwei nicht vier, sondern fünf minus eins. Und man muss die Nerven haben, dieses minus eins auszuhalten.“
Andre Kostolany

 

 

2016: Ein gutes Jahr für Anleger
Nach anfänglich starken Turbulenzen beruhigte sich das Jahr 2016 und sorgte am Ende sogar für freudige Stimmung bei Anlegern. Der DAX legte um über 6% zu. In den USA zeigt die Börse Dank Leitzinserhöhung und Trump mit einem zweistelligen Plus ein noch besseres Bild.

USA: Erwartete Zinserhöhung
Mitte Dezember blickte die gesamte Finanzwelt mit Spannung Richtung USA: Fed-Chefin Janett Yellen verkündete eine Zinserhöhung. Dieser Schritt kam nicht überraschend. Im Allgemeinen hatten ihn die Märkte bereits erwartet und eingepreist. Interessant war eher die Begründung, denn die Fed offenbart ihre positive Einschätzung der gesamten wirtschaftlichen Lage. Entsprechend legten die Aktienkurse deutlich zu. Aber auch die US-Währung verteuerte sich und lag zeitweise auf dem höchsten Stand seit 14 Jahren. Yellen bekräftigte auch, dass sie im kommenden Jahr die Zinspolitik fortführen wird. Bis zu drei Zinsschritte seien möglich.
Im Gegensatz dazu wiederholte EZB-Chef Mario Draghi, seine lockere Geldpolitik fortführen zu wollen. Die Zinsen im Euro-Raum bleiben bis auf weiteres bei null Prozent und Banken müssen für das Bunkern von Geld bei der EZB Strafzinsen zahlen.

Trump Wahl beflügelt die Aktien
Seit der Wahl von Donald Trump zum neuen Präsidenten sind die amerikanischen Börsen im Aufwind. So ist der Dow Jones nur noch wenige Punkte von der magischen Grenze von 20.000 entfernt. Ob Trump die milliardenschweren Investitionsprogramme tatsächlich wie geplant in die Tat umsetzen wird, bleibt abzuwarten, die Wahrscheinlichkeit hierfür ist aber hoch. Tatsächlich spielen diese Aspekte in den Überlegungen der Fed bereits jetzt eine Rolle.

Deutschland: DAX positiv
+6,5%: Das ist die Rendite die der Deutsche Leitindex in diesem Jahr erzielt hat. Für Anleger ist das besonders erfreulich, begann das Jahr 2016 doch mit starken Verlusten, die zeitweise bei knapp 20 % lagen. Das vierte Quartal war hierbei besonders erfreulich. Allein im November und Dezember konnte der DAX um über 8% zulegen. Gründe für die gute Jahresendrallye gibt es einige. Einer von ihnen liegt in den guten Unternehmenszahlen, die für Q3 veröffentlicht wurden.
Wie gut die Wirtschaftslage eingeschätzt wird, zeigt mal wieder der ifo-Geschäftsklimaindex. Er stieg im Dezember auf 111 Punkte und somit auf den höchsten Stand seit Februar 2012.

Erdölpreis steigt erneut
Auch im vierten Quartal setzte sich der Aufschwung des Rohöls fort. Grund dafür ist die Einigung der OPEC, die viele Experten nicht für möglich gehalten haben. Im Gegensatz zu vorherigen Einigungsversuchen haben dieses Mal auch Länder zugestimmt, die der OPEC nicht angehören. Russland z.B. hat sich bereit erklärt, seine Förderung im Jahr 2017 um bis zu 300.000 Barrel pro Tag zu kappen.
Ein Blick auf die Preisentwicklung zeigt, dass der Aufwärtstrend nicht nur im vierten Quartal (+16%) andauerte. Auch das Gesamtjahr war mit einem Plus von rund 33% sehr überzeugend. Damit gehört Erdöl aus Anlegersicht zu den erfolgreichsten Anlageklassen in 2016.

Anleihen unter Druck
Anleihen standen im dritten Quartal unter Druck. Insbesondere die (erwartete) Zinserhöhung durch die Fed sorgte für höhere Rendite. Der Renditeanstieg war faktisch weltweit zu beobachten. In den USA beispielsweise stiegen die Renditen der zahnjährigen Treasuries auf über 2,5% an und erreichten so Höchststände seit 2014. Auch in Deutschland stiegen die Renditen im Vergleich zum Vorquartal an.

FAZIT
Wahlen in den USA, Referendum in Italien, Zinserhöhung in den USA, Brexit (oder was davon übrig bleibt) – das sind nur einige Beispiele die zeigen, wie turbulent das Jahr 2016 war. Wer allerdings Durchhaltevermögen zeigte und insbesondere zu Beginn des Jahres Nerven behielt, wurde durch die insgesamt positive Entwicklung an den Märkten belohnt.
Und das Jahr hat mehr als nur ein Happy End: Viel wichtiger als die insgesamt positiven Zahlen ist die Erkenntnis, dass sich Märkte von politischen Ereignissen nicht beeinflussen lassen. Die Finanzwelt dreht sich weiter und das ist gut so. Denn damit zeigt sie, dass sie sich auf das Wesentliche konzentriert – gute Voraussetzungen für das Jahr 2017.

 

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